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Fachkräftemangel in der Schweiz

Ärzte und Pflegepersonal sind stark von Fachkräftemangel betroffen.

Der Schweiz mangelt es an Fachkräften. Arbeitgeber haben zunehmend Schwierigkeiten, für Schlüsselpositionen geeignetes Personal zu rekrutieren. Um die Nachfrage des Arbeitsmarkts nach qualifizierten Arbeitskräften langfristig befriedigen zu können, entwickeln Wirtschaft und Politik im Rahmen der Fachkräfteinitiative verschiedene Strategien und Massnahmen. Diese stützen sich auf Analysen von Einflussfaktoren wie der demographischen Entwicklung oder der Zuwanderung und setzen eine präzise Erfassung des Fachkräftemangels voraus.

Diese sollte über eine branchenspezifische Identifikation hinausgehen und die unterschiedliche Nachfrage nach qualifiziertem Personal in spezifischen Berufsfeldern erfassen. Am Beispiel des Gesundheitswesens wird deutlich, dass der Mangel an Fachkräften nur aus berufsspezifischer Perspektive präzise erfasst wird. So werden beispielsweise Ärzte wie auch Reinigungskräfte, die in Spitälern arbeiten, der Gesundheitsbranche zugeordnet. Während der Arztberuf stark von Fachkräftemangel betroffen ist, trifft dies auf Reinigungskräfte nicht zu. Ein berufsspezifischer Ansatz ermöglicht daher eine differenziertere Messung.


Indikator für Fachkräftemangel nach Berufen
Der Kanton Zürich hat einen Indikator entwickelt, der die Intensität des Fachkräftemangels in 97 verschiedenen Berufen quantifiziert. Dieser Indikator basiert auf Vorarbeiten von AMOSA von 2015. Auch im Kontext der Zuwanderung kann er ein wertvolles Analysewerkzeug sein, um Massnahmen für die bessere Ausschöpfung des inländischen Fachkräftepotenzials in spezifischen Berufen zu entwickeln.
 

Der Indikator unterscheidet sich auch methodisch von bestehenden Analysen. Er wendet für die Auswahl der Variablen ein faktoranalytisches Verfahren an und schliesst ein rein intuitives Vorgehen aus. Damit werden nur Zusammenhänge zur Erklärung des Fachkräftemangels herangezogen, die statistisch gemessen und nachgewiesen werden können. Für die Berechnung dieses Mangelindikators wurden so folgende Variablen selektiert: mittels Umfragen erhobene Schwierigkeiten der Arbeitgeber bei der Personalrekrutierung, das Verhältnis der offenen Stellen zur Menge der Stellensuchenden, die Dauer der Stellenausschreibung sowie die Dauer der Stellensuche.

Als Mangelberufe werden diejenige Berufe bezeichnet, welche gemäss dem Indikator unter den 15 am stärksten durch den Fachkräftemangel betroffenen Berufe liegen. In der Schweiz sind unter den Mangelberufen viele akademische Berufe und techniknahe Tätigkeiten sowie Gesundheitsberufe. Konkret wird die Liste angeführt von Ärzten, Ingenieuren, spezialisierten Produktionsleitern, Software-Entwicklern und akademischen Gesundheitsberufen. Tiefe Werte weisen auf eine schwache Nachfrage und einen geringen Mangel hin. Dies trifft unter anderem auf Schalterangestellte, Kassierpersonal und allgemeine Bürokräfte zu. In der Publikation "Berufe mit hohem Fachkräftemangel" finden Sie die detaillierten Resultate.

Deckung des Fachkräftemangels durch Zuwanderung
Mit dem vorliegenden Indikator wurde eruiert, ob und wie stark aus dem Ausland zugewanderte Erwerbstätige und Grenzgänger in den einzelnen Kantonen in Berufen tätig sind, für die gegenwärtig Fachkräftemangel grundsätzlich nachgewiesen werden kann.

 

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