Arbeits- und Ruhezeiten

Das Arbeitsgesetz verfolgt als wesentliches Ziel den Gesundheitsschutz der Arbeitneh-menden. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Arbeitszeit. Dabei spielt die Einhaltung der Ruhezeiten eine wichtige Rolle für die physische und psychische Gesundheit.

Die Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, die Arbeitszeiten seiner Arbeitnehmenden zu dokumentieren (Arbeitszeitaufzeichnungen).

Detaillierte Informationen finden Sie auf der Webseite des SECO im Bereich Arbeit.

Bei Abweichungen von den gesetzlichen Vorgaben, hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, folgende Gesuche einzureichen:

Gesuch auf Erteilung einer Ausnahmebewilligung (im Einzelfall)

Gesuch um Bewilligung für vorübergehende Nacht- und Sonntagsarbeit / Feiertagsarbeit

Gesuche für unbefristete Arbeitszeitbewilligungen (SECO)

Das Gesuch für vorübergehende Nacht- und Sonntagsarbeit / Feiertagsarbeit ist ausführlich zu begründen. Eine Bewilligung für Nacht- und Sonntagsarbeit setzt das Einverständnis der Mitarbeitenden voraus.

Jugendliche bis zum vollendeten 18. Altersjahr dürfen nachts und sonntags nur unter besonderen Voraussetzungen beschäftigt werden (vgl. Art. 13 ArGV5 Jugendarbeitsschutzverordnung). Sofern Jugendliche ausnahmsweise beschäftigt werden sollen, ist dies zusätzlich schriftlich zu begründen.

Folgende Kriterien gilt es in Bezug für Gesuche zu beachten:

  1. Nachtarbeit ist vorübergehend, wenn sie bei sporadisch oder periodisch wiederkehrenden Einsätzen nicht mehr als drei Monate pro Betrieb und Kalenderjahr umfasst, oder bei zeitlich befristeten Einsätzen von bis zu sechs Monaten einen einmaligen Charakter aufweist.
  2. Vorübergehende Nachtarbeit (zwischen 23:00 und 06:00 Uhr) wird bewilligt, sofern ein dringendes Bedürfnis nachgewiesen wird. Ein dringendes Bedürfnis (Art. 27 Abs. 1 ArGV 1) liegt vor, wenn die Arbeiten:
    Kurzfristig anfallen, zeitlich nicht aufschiebbar sind und weder mit planerischen Mitteln noch mit organisatorischen Massnahmen am Tag und während der Werktage bewältigt werden können.
    Aus Gründen der öffentlichen Sicherheit nur in der Nacht oder am Sonntag erledigt werden können.
    Wenn es sich um ein kulturelles, gesellschaftliches oder sportliches Ereignis in Abhängigkeit von den örtlichen Verhältnissen und Gebräuchen handelt, welches zeitlich begrenzte Arbeitseinsätze in der Nacht oder am Sonntag erfordert.
  3. Sonntagsarbeit ist vorübergehend, wenn sie bei sporadisch vorkommenden Einsätzen nicht mehr als 6 Sonntage, gesetzliche Feiertage inbegriffen, pro Betrieb und Kalenderjahr umfasst; oder bei zeitlich befristeten Einsätzen von bis zu drei Monaten einen einmaligen Charakter aufweist.
  4. Dauernd und regelmässig wiederkehrend ist Nacht- und Sonntagsarbeit, wenn diese die obgenannten Bedingungen in Bezug auf Anzahl und Zeitraum überschreitet, aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen unentbehrlich ist oder einem besonderen Konsumbedürfnis unterliegt.
    Für diese Bewilligungen ist das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO zuständig.
  5. Der Arbeitgeber darf die Arbeitnehmenden ohne deren Einverständnis nicht zu Nacht- oder Sonntagsarbeit heranziehen.
  6. Nachts und sonntags darf keine Überzeitarbeit geleistet werden.
  7. Den Arbeitnehmenden, welche vorübergehend Nachtarbeit verrichten (bis 25 Nächte pro Jahr), hat der Arbeitgeber einen Lohnzuschlag von mindestens 25 Prozent zu bezahlen. Bei vorübergehender Sonntagsarbeit ist ein Lohnzuschlag von mindestens 50 Prozent zu bezahlten.
  8. Die tägliche Arbeitszeit darf bei Nachtarbeit 9 Stunden nicht überschreiten und muss mit Einschluss der Pausen innerhalb eines Zeitraumes von 10 Stunden liegen.
  9. Den Arbeitnehmenden ist eine tägliche Ruhezeit von mindestens 11 aufeinanderfolgenden Stunden zu gewähren.
  10. Innert zweier Wochen muss wenigstens einmal ein ganzer Sonntag als wöchentlicher Ruhetag unmittelbar vor oder nach der täglichen Ruhezeit freigegeben werden (total 35 h).
  11. Muss am Sonntag gearbeitet werden, darf der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin nicht mehr als an 6 aufeinanderfolgenden Tagen beschäftigt werden.
  12. Sonntagsarbeit von einer Dauer bis zu 5 Stunden ist innert 4 Wochen durch Freizeit auszugleichen. Dauert sie länger als 5 Stunden, so ist während der vorhergehenden oder nachfolgenden Woche ein Ersatzruhetag zu gewähren. Der Ersatzruhetag muss zusammen mit der täglichen Ruhezeit 35 aufeinanderfolgende Stunden aufweisen; er hat in jedem Fall die Zeit von 06:00 – 20:00 Uhr zu umfassen. Der Ersatzruhetag darf nicht auf einen Tag fallen, an dem der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin üblicherweise einen Ruhe- oder Freitag bezieht.
  13. In Wochen, in denen ein gesetzlicher Feiertag auf einen Werktag fällt, an dem der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin zu arbeiten hat, wird die wöchentliche Höchstarbeitszeit anteilsmässig verkürzt. Wird an diesem Feiertag gearbeitet, ist die anteil-mässige Verkürzung in der Woche anzurechnen, in der die Ersatzruhe für den Feiertag gewährt wird.