Zürcher Wirtschaftsmonitoring 02/19

20.06.2019 - Mitteilung

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Titelseite der Publikation Zürcher Wirtschaftsmonitoring mit Blick in das Innere des ewz Unterwerks in Zürich Oerlikon

Aufgrund eines Erdöl-Versorgungsengpasses im Winter 1973 wurden im Kanton Zürich autofreie Sonntage eingeführt. Das Zürcher Wirtschaftsmonitoring zeigt in seinem Spezialthema auf, wie die wirtschaftliche Landesversorgung heute auf Engpässe vorbereitet ist.
Die Zürcher Wirtschaft ist geprägt von Dienstleistungsbranchen. Neben einem Fokus auf diese Branchen finden Sie in der aktuellen Ausgabe wie gewohnt weitere volkswirtschaftliche Analysen zu Zürich, zur Schweiz und zum Ausland.

     

Wirtschaftliche Landesversorgung gestern und heute

Wichtige Gefährdungen auf dem Radar
Die wirtschaftliche Landesversorgung entstand als Folge der beiden Weltkriege. Heute greift sie nur ins Marktgeschehen ein, wenn eine schwerwiegende Mangellage an Gütern und Dienstleistungen besteht, welche die Wirtschaft selber nicht mehr bewältigen kann. Die Elektrizität ist ein integraler Bestandteil unserer energieintensiven Wirtschaft und 24-Stunden-Gesellschaft. Die Stromversorgung ist deshalb ein zentraler Prozess der wirtschaftlichen Landesversorgung. Kommt es zu einer Mangellage oder einem Stromausfall, sind weitere wichtige Versorgungsprozesse wie die Information und die Kommunikation oder die Verteilung der Güter betroffen. Eine Strommangellage stellt damit derzeit die grösste Gefährdung dar.

Risiken durch Digitalisierung

IKT-Minimalstandard

Start / Stop Ton aus / ein Zurück

Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche eröffnet für die Schweiz grosses ökonomisches und gesellschaftliches Potenzial. Gleichzeitig aber entstehen durch die Digitalisierung neue Risiken, denen schnell und konsequent begegnet werden muss.

Bild eines Brunnens in Zürich Wipkingen mit Hinweisen zur Lebensmittelrationierung im Krisenfall
Der Rationierungsbrunnen bei der Zürcher Wohnkolonie Wipkingen stammt aus dem Jahr 1919 und erinnert an die Teuerung und die Rationierungsmassnahmen während des Ersten Weltkrieges.

Wie robust sind die Versorgungsprozesse im Kanton Zürich im Ernstfall?
Eine 2018 durchgeführte Gefährdungsanalyse im Kanton Zürich hat Risiken und potenzielle Mangellagen abgeschätzt, die Funktionsfähigkeit der kantonalen wirtschaftlichen Landesversorgung überprüft und Optimierungsmassnahmen identifiziert. Im Vordergrund standen kritische Versorgungsprozesse und das Zusammenspiel der Fokusbereiche. Die Studie hat Pilotcharakter; auch der Bund und andere Kantone nutzen die Erkenntnisse als eine Grundlage für die Vorbereitung auf den Ernstfall.

Foto des Leiters Betrieb EKZ, Thomas Arnet
Thomas Arnet ist Leiter Betrieb der EKZ sowie Verantwortlicher des Fachbereiches Energie bei der wirtschaftlichen Landesversorgung des Kantons Zürich.

«Stromversorgung nimmt eine Schlüsselfunktion ein»
Ein Blackout oder eine Strommangellage hätten folgenschwere Auswirkungen auf praktisch sämtliche Versorgungsebenen. Die organisatorischen Vorbereitungen für solche Szenarien und die Regelwerke der Schweizer Strombranche seien auf einem guten Stand, erläutert der Leiter Betrieb der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ).

Landesversorgung zwischen staatlichem Eingriff und Engagement der Wirtschaft
Als Folge der beiden Weltkriege entstand in der Schweiz ein Versorgungssystem, das anfänglich Züge einer kriegswirtschaftlichen Schattenorganisation hatte. Die Geschichte der wirtschaftlichen Landesversorgung ist auch ein Lehrstück über das unterschiedliche Verständnis der Rolle des Staates im Laufe der Zeit.

SRF Archiv: Autofreier Sonntag 1973

Start / Stop Ton aus / ein Zurück

1973 verordnete der Bundesrat an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen ein Fahrverbot für Privatfahrzeuge. Es herrschte Benzinmangel als Folge der Erdölkrise. Ausgenommen vom Fahrverbot waren Taxis oder die Rettungsdienste.

Volkswirtschaftliche Analysen

Kanton Zürich

Konjunkturaussichten verbessern sich wieder
Die Abkühlung der Zürcher Wirtschaft hält im Frühjahr 2019 an, aber die weiteren Aussichten haben sich in den meisten Branchen wieder verbessert. Im Arbeitsmarkt hinterlässt die Abkühlung des letzten halben Jahres dagegen erste Spuren. Die saisonbereinigte Zahl der Arbeitslosen nahm seit April wieder zu. Die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich ist mit 2.1 % im Mai 2019 allerdings immer noch auf einem sehr tiefen Stand.

Verschiedene Dienstleistungen machen Zürich stark
Zahlreiche Dienstleistungen tragen ausserhalb des Finanzsektors zur Dynamik der Zürcher Wirtschaft bei. Ihre Stärke liegt in ihrer Vielfalt. Der grösste Beschäftigungsboom fand dabei in der Informationstechnologie und im Gesundheits- und Sozialwesen statt. Jedoch wird der Einfluss der Digitalisierung auf den Arbeitsmarkt
zunehmend spürbar. Die neuen Beschäftigungschancen überwiegen die Stellenverluste allerdings bei Weitem.

Schweiz und Ausland

Schwächere Aussenhandelsimpulse für Zürcher Wirtschaft
Die Aussenhandelsimpulse auf die Zürcher Volkswirtschaft dürften in diesem Jahr deutlich schwächer ausfallen als im Vorjahr. Grund dafür sind vor allem die geringeren Zuwächse bei der Wertschöpfung in Europa, den USA und China. In der gesamten Schweiz dürfte sich das Wachstum der Wertschöpfung im Vorjahresvergleich ebenfalls deutlich verlangsamen. Insgesamt bleibt die wirtschaftliche Lage in den meisten Branchen weiterhin gut. Die Arbeitslosigkeit dürfte in der zweiten Jahreshälfte 2019 saisonbereinigt allerdings nicht mehr weiter sinken.

Volkswirtschaftliche Analysen Kanton Zürich, Schweiz und Ausland

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