Zürcher Wirtschaftsmonitoring 03/18

26.09.2018 - Mitteilung

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Titelseite Zürcher Wirtschaftsmonitoring September 2018

Die Zürcher Wirtschaft ist gut unterwegs, insbesondere die Industrie und der Bankensektor. Nachlassende Impulse aus Europa könnten in den kommenden Monaten jedoch bremsend wirken.
Seit dem 1. Juli 2018 gilt die Meldepflicht für 19 Berufsarten mit mindestens 8 Prozent Arbeitslosigkeit. Wie verlief der Start der Meldepflicht? Mehr dazu im Spezialthema.

     

Spezialthema: Stellenmeldepflicht

Seit knapp drei Monaten gilt für Berufsarten mit einer gesamtschweizerischen Arbeitslosenquote von mindestens acht Prozent die Stellenmeldepflicht. Stellensuchende, die auf den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren angemeldet sind, haben einen Informationsvorsprung von fünf Arbeitstagen und ein erweitertes Jobangebot. Im Kanton Zürich wurde für Arbeitgeber mit meldepflichtigen Berufen mit dem Stellenmeldezentrum eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet, um den Meldeprozess möglichst dienstleistungsorientiert und schlank abzuwickeln. Die hohe Zahl gemeldeter Stellen und positive Feedbacks von Arbeitgebern sind ermutigend und zeigen, dass die neuen Vorgaben breit umgesetzt werden.

Meldepflicht ist gut angelaufen
Wenige Wochen nach Beginn der Stellenmeldepflicht zeigt sich, dass die neuen Vorgaben breit umgesetzt werden und die Zahl der neu gemeldeten Stellen die Erwartungen übertrifft. Kritik erfolgt vor allem an teilweise nicht mehr zeitgemässen Berufsdefinitionen, welche die Zuordnung meldepflichtiger Stellen erschweren.

Edgar Spieler (Leiter Arbeitsmarkt) und René Panholzer (Leiter Stellenmeldezentrum)
Edgar Spieler (Leiter Arbeitsmarkt) und René Panholzer (Leiter Stellenmeldezentrum)

Der Start ist geglückt
Mit Einführung der Stellenmeldepflicht übertraf die Zahl der gemeldeten Stellen schweizweit wie auch im Kanton Zürich die Erwartungen. Edgar Spieler, Leiter Bereich Arbeitsmarkt beim Amt für Wirtschaft und Arbeit, und René Panholzer, Leiter des Zürcher Stellenmeldezentrums, über erste Erfolge und Herausforderungen der Meldepflicht.

Berufsnomenklatur als Achillesferse der Stellenmeldepflicht
Die Kritik an der Stellenmeldepflicht konzentriert sich auf die verwendeten Berufsbezeichnungen, welche teilweise veraltet und zu wenig detailliert sind. Die Berufsnomenklatur wird deshalb überarbeitet, um spätestens auf die zweite Etappe der Stellenmeldepflicht Anfang 2020 mit tieferem Schwellenwert der Arbeitslosigkeit zur Verfügung zu stehen.

«Wir sind richtig begeistert»
Die positiven Feedbacks von Arbeitgebern, die schlanke Prozesse, persönliche Beratung und sehr gute Kandidatenvorschläge hervorheben, bestätigen die vorausschauende Planung, mit der das Amt für Wirtschaft und Arbeit die Umsetzung der Stellenmeldepflicht angepackt hat. Das Zürcher Stellenmeldezentrum trägt zusammen mit den Kunden- und Personalberatenden der RAV dazu bei, dass die Meldepflicht zu einer Chance für viele Firmen geworden ist.

Volkswirtschaftliche Analysen

Kanton Zürich

Industrie und Banken im Aufwind
Der Zürcher Wirtschaftsmotor brummt in moderatem Tempo weiter. Die Erholung ist breit abgestützt, beschleunigt sich in den Herbstmonaten allerdings nicht weiter. Insbesondere die Industrie läuft auf Hochtouren, wobei die Anpassung der Verkaufspreise hier eine zentrale Rolle spielte. Nach wie vor sind die Banken bezüglich der aktuellen Geschäftslage sehr optimistisch. Nachlassende Impulse aus Europa begrenzen das weitere Wachstum allerdings. Zunehmend positiv entwickelt sich auch der Zürcher Arbeitsmarkt.
Die Beschäftigungsaussichten haben sich etwas verbessert und die Zahl der Personen auf Arbeitssuche ist weiterhin rückläufig.

Investitionsgüterindustrie im Hoch
Die Erholung der Industrie schreitet stetig voran. Sie bestätigt damit die Überwindung des Schocks der verschiedenen Frankenaufwertungen seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008. Die Erholung ist nach Güterbranchen sehr unterschiedlich. Nachdem die Auslandsnachfrage anfänglich bestimmend war, wird der Aufschwung nun zunehmend durch die Binnennachfrage getragen, insbesondere die Investitionsnachfrage. Allmählich dürften nun auch in der Industrie neue Beschäftigungsimpulse spürbar werden.

Schweiz und Ausland

Weltwirtschaft verliert an Fahrt
Die Weltwirtschaft setzt ihren Wachstumskurs weiter fort. Während die USA in diesem Jahr wirtschaftlich zulegen können, hat sich die europäische Konjunktur bereits in der ersten Jahreshälfte deutlich verlangsamt. Dies führt dazu, dass die Aussenhandelsimpulse in Zürich und der Schweiz schwächer ausfallen. In der Schweiz verliert das Wirtschaftswachstum nach kräftigen Zuwächsen im ersten Halbjahr 2018 ab Herbst vermutlich ebenfalls zunehmend an Dynamik. Es dürfte sich aber im Jahr 2019 nur leicht verlangsamen.

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