Zürcher Wirtschaftsmonitoring 02/16

17.06.2016 - Mitteilung

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Die Zürcher Wirtschaft ist von der Frankenaufwertung weniger stark betroffen als andere Schweizer Regionen. Die steigende Beschäftigung im Dienstleistungsbereich kompensierte Einbussen der Industrie, die sich wie das Gastgewerbe saisonal aufhellt. Eine leichte Besserung ist auch im Arbeitsmarkt spürbar. Die unspektakuläre Erholung im Kanton Zürich setzt sich fort, schliesst aber kleinere Rückschläge im Verlauf von 2016 nicht aus.

Beschäftigungszunahmen in Dienstleistungsbranchen

An der Konjunkturfront im Kanton Zürich hält das unterdurchschnittliche Wirtschaftswachstum an. Dieser unspektakuläre Prozess führt zu einer Erholung, wenn er lange genug anhält. Bisher spricht vieles dafür. Die Ausweitung der Beschäftigung im Kanton Zürich setzt sich ungebrochen fort. Im ersten Quartal 2016 fiel die Zunahme im Vergleich zum Vorquartal aufs Jahr hochgerechnet mit 2.6% sehr hoch aus und im Vergleich zum ersten Quartal 2015 resultiert immer noch eine Zunahme von 1.5%, wie in der Grafik dargestellt. Die Grossregion Zürich verzeichnet damit die zweithöchste Beschäftigungszunahme nach dem Tessin. Die Beschäftigungsdynamik ist in Zürich insbesondere stärker als in der Region Aargau und Basel (Nordwestschweiz), im Espace Mittelland und in der Genferseeregion, die offensichtlich stärker unter der jüngsten Frankenaufwertung gelitten haben als die östlicheren Regionen. Für die gesamte Schweiz resultiert ein Jahreswachstum von 0.7%.

Die Zeit der kleinen Schritte hält noch an

Die im innerschweizerischen Vergleich gute Wirtschaftslage im Kanton Zürich dürfte erklären, wieso die Arbeitslosigkeit im Frühjahr saisonbereinigt in etwa stagnierte. Saisonbereinigt nahm die Zahl der Arbeitslosen im Frühling ab und die Arbeitslosenquote betrug im Mai 2016 noch 3.7%. Noch ist es zu früh, um auf eine definitive Wende am Arbeitsmarkt zu hoffen. Das unstete Umfeld in Europa und auch die noch wenig gefestigte Konjunktur in den übrigen Schweizer Regionen lassen weitere Rückschläge bei der wirtschaftlichen Erholung erwarten. Die Zeit der kleinen Schritte hält noch an. Damit dürfte sich die Wertschöpfung im Kanton Zürich 2016 weiter in gemächlichem Tempo von 1 bis 2% ausdehnen. Die Zahl der Arbeitslosen kann saisonbereinigt im Verlauf von 2016 noch etwas ansteigen, bevor 2017 allmählich eine nachhaltige Erholung einsetzen kann.

Spezialthema: Unternehmensmobilität

In den letzten zehn Jahren sind mehr Unternehmen aus dem Kanton Zürich in andere Regionen der Schweiz gezogen als umgekehrt. Auch die Zahl neu angesiedelter Firmen ist leicht gesunken. Was sind die Ursachen für diese «Netto-Abwanderung» und welche Konsequenzen ergeben sich für den Wirtschaftsraum Zürich? Auswertungen von Unternehmensdaten aus der Betriebszählung und Erhebung zur Unternehmensstruktur des Bundesamts für Statistik sowie ein Interview mit Stefan Kuhn, Leiter Corporate und M&A Tax bei KPMG Schweiz geben einen differenzierten Einblick in die Rahmenbedingungen, Motive und Auswirkungen der Unternehmensmobilität.

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