Zürcher Wirtschaftsmonitoring 01/16

21.03.2016 - Mitteilung

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Zürich_Blick-entlang-der-Limmat

Das Schreckgespenst des starken Schweizer Frankens geistert seit Januar 2015 herum und belastet die Wirtschaftsstimmung. Ein Jahr nach dem grossen Paukenschlag ist die Auswirkung auf den Schweizer Wirtschaftsstandort sichtbar und dämpft auch die weiteren Aussichten. Insgesamt hat sich die Wirtschaft im Kanton Zürich und in vielen anderen Grossregionen der Schweiz als recht widerstandsfähig erwiesen.

Keine schnelle Erholung der Zürcher Volkswirtschaft in Sichtweite

Die gute Entwicklung der Beschäftigung und damit auch der Wertschöpfung im Kanton Zürich im Vergleich der Schweizer Regionen im Jahr 2015 dürfte zum Einen dem Branchenmix zu verdanken sein: Viele  Dienstleistungsbranchen im Kanton Zürich und dabei namentlich die Finanzbranche und die zahlreichen Unternehmensdienstleistungen mit einem hohen Anteil an der kantonalen Wertschöpfung litten gemäss den KOF Umfrageergebnissen nicht übermässig stark unter der Frankenaufwertung. Die Indikatoren zu ihrer Geschäftslage (siehe Grafiken), zur Nachfrageentwicklung sowie zur Beurteilung ihrer Belegschaft bestätigen diese Einschätzung.

Die Geschäftslage in der Industrie, in den Handelsbranchen und im Gastgewerbe blieb dagegen aufgrund der Frankenaufwertung und der schwächeren Auslandsnachfrage weiterhin mehrheitlich schlecht (siehe Graphik). Das Stellenwachstum bei den Hochqualifizierten ist hingegen generell hoch geblieben, was zeigt, dass vor allem die wissensintensiven Tätigkeiten innerhalb ganz verschiedener Branchen die Konjunktur gestützt haben. Viele Mittelqualifizierte scheinen dagegen im vergangenen Jahr ihre Stelle verloren zu haben (siehe dazu die Ausführungen im Zürcher Wirtschaftsmonitoring auf den Seiten 2 bis 4). Das Bild der Konjunkturindikatoren für den Kanton Zürich bleibt insgesamt noch sehr durchzogen. Als Folge davon dürfte das Bruttoinlandprodukt (BIP) im ersten Halbjahr 2016 in Zürich höchstens mit 1% bis 1.5% zunehmen. Die Arbeitslosigkeit steigt damit saisonbereinigt trotz des anhaltenden Beschäftigungswachstums weiter an.

Spezialthema: Arbeitslosigkeit bei älteren Informatikern

Stellensuchende Informatiker ab 45 Jahren sind insgesamt gut qualifiziert, wie eine aktuelle Studie der Dachorganisation ICTswitzerland und des Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich zeigt. Dennoch steigt in der Informatikbranche mit zunehmendem Alter das Risiko, arbeitslos zu werden.  Die Studie identifiziert mögliche Gründe dafür und schlägt Massnahmen für eine verbesserte Arbeitsmarktfähigkeit der Betroffenen vor. Eine höhere Transparenz im Arbeitsmarkt hinsichtlich der gesuchten und vorhandenen Profile und Qualifikationen bei Informatikerinnen und Informatikern scheint eines der Schlüsselthemen zu sein.

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