Veranstaltungen 2018

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Impressionen vom ICT-Cluster Dialog vom 18. September 2018

ICT-Cluster Dialog - Bild 21

Das zweite eZürich ICT-Cluster-Meeting 2018 mit dem Schwerpunkt "Bildung" war geprägt von interessanten Präsentationen und angeregten Workshops.

Über qualifiziertes Personal zu verfügen, ist ganz im Interesse des Wirtschaftsstandorts Zürich, hält Regierungsrätin Carmen Walker-Späh in ihren einleitenden Worten fest. Die Vorsteherin des Volkswirtschafts-departements weist auch noch darauf hin, dass gemäss einer jüngst veröffentlichten Umfrage auf sechs Männer lediglich eine Frau im Informatiksektor fällt. Noch Ärger sehe es bei den Kaderpositionen aus: Dort sind von 500 Stellen lediglich 20 von Frauen besetzt.

Ein möglicher Ansatz um dieses Ungleichgewicht zu nivellieren, zeigt Stadtrat Daniel Leupi auf: Verbesserung der IT-Nutzung im Schulbereich. Ein erster Schritt ist getan. Die 5. und 6. Klassen der Stadt Zürich werden mit Tablets ausgerüstet. Den bereits 3000 verteilten Kompaktcomputern werden 2019 weitere folgen. Dass die lokalen Lehrlinge schweizweit punkten können, darauf ist Gastgeberin Barbara Jasch, die seit 17 Jahren den ZLI Zürcher Lehrbetriebsverband ICT leitet, besonders stolz. Vier von zwölf an den ICT Berufsbildung SwissSkills 2018 vergebenen Medaillen holten sich "ihre" Auszubildenden.

3L - lebenslanges Lernen

Doch mit der Ausbildung während den Lehrjahren oder an den Schulen ist es längst nicht mehr getan. Die 3L – lebenslanges Lernen – sind gefragt. Damit sich ein Betrieb eine Vorstellung machen, wo – mögliche – Mitarbeitende mit ihrem IT-Know-how stehen, hat der Verband Swiss ICT 2017 die 3L-Informatik-Zertifizierung lanciert. Laut Geschäftsführer Christian Hunziker zeigt die neutrale Überprüfung für Unternehmen und Arbeitnehmer auf, wo möglicher Nachholbedarf besteht. Durch das unabhängige Zertifikat sollen Informatiker auch motiviert werden, ihr Wissen à jour zu halten.

Um die IT-Nachwuchsförderung im Grossraum Zürich kümmert sich Lea Hasler von Senarclens, Leu + Partner. Sie vergleicht den heutigen Markt an Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten mit einem Dschungel. "Was ist hilfreich?", dürften sich auch Schulleitungen fragen. Gemäss Lea Hasler fehlt ein durchgängiges Angebot, dessen Elemente auf einander aufbauen. Auch fachkundige Lehrpersonen seien ebenso wie Geld Mangelware.

Mehr Frauen erwünscht

Mit grossem Enthusiasmus stellte Riccarda Mecklenburg,
Gründerin von Crowdconsul.ch, ihr Projekt "What the Hack? Hackathon für Frauen" vor. Bei diesem Coding-Marathon geht es nicht zuletzt darum, neue Rollenmodelle zu zeigen, denn ICT wird schon längst nicht mehr von – männlichen wie weiblichen – Nerds dominiert. Dass dies tatsächlich so ist, weiss Dominik Strobel von ICT Scouts/Campus. In ersten Sekundarschulen der Region um Muttenz BL haben sie Ausschau gehalten nach Schülerinnen und Schüler, in denen "das Feuer für ICT brennt". Die Talente können jeden zweiten Samstag bis am Ende des 9. Schuljahrs im Campus experimentieren und eigene Projekte entwickeln. Das Interessante dabei ist, dass sich Jungs und Mädels bei den Campus-Kursen die Waage halten.

Ergänzend zum Schwerpunkt "Bildung" präsentierte Peppino Giarritta, Leiter der Abteilung Digitale Verwaltung und E-Government beim Kanton Zürich, die Strategie zur digitalen Verwaltung 2018–2023. Er betonte, dass es für deren Umsetzung nicht nur eines neuen rechtlichen Rahmens Bedarf, sondern eines eigentlichen Kulturwandels und einer neuen Denkweise. Ein Umdenken fordert auch André Golliez ein, Vorstandsmitglied der Swiss Data Alliance. Er stellte den Urban Data Space vor und wies darauf hin, dass eine Datenstruktur oder eben ein Datenraum schon bald ebenso wichtig sein wird wie heute die Gestaltung des Strassenverkehrs oder des Bildungssystems. Die Voraussetzung dafür ist eine digitale Identität. Um die Tragweite dieser zu erfassen, müssen wir uns aber zuerst im Klaren darüber werden, wie wir mit den Daten umgehen, die wir selber produzieren.

In den anschliessenden Workshops wurden die verschiedenen Themen sehr engagiert diskutiert und vertieft, was deren Wichtigkeit bestätigte. Am Ende des angeregten Nachmittags hatten sich die Teilnehmenden den Apéro in der Kantine des ZLI redlich verdient. 

Einen ausführlicheren Bericht zum Anlass und den diskutierten Themen liefert die Zusammenfassung:

(Bilder: Alessandro Fischer) 

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