Life Sciences Cluster Dialog

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Datum 28.01.2016
Zeit 17:00 - 20:00
Ort Balgrist Campus, Langghalde 5, Zürich

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Life Sciences Cluster Dialog: Innovation durch Kooperation

Bild 35 - Life Science Cluster Dialog 2016
Hinten (von links): Prof. Dr. Robert Frigg (ehemals Synthes), Dr. Alexander Duschau-Wicke (Hocoma AG), Prof. Christian Gerber (VR Balgrist Campus), RR Thomas Heiniger. Vorne (von links): Thomas Huggler (Geschäftsführer Balgrist Campus AG), Moderatorin Marina Villa, RR Carmen Walker Späh, Danielle Spichiger ( Projektleiterin Cluster Life Sciences), Markus Assfalg (Leiter Standortförderung Kanton Zürich)

Am 28. Januar 2016 bildete der Balgrist Campus den perfekten Rahmen für den Life Sciences Cluster Dialog der kantonalen Standortförderung im Amt für Wirtschaft und Arbeit zum Thema "Innovation durch Kooperation". Referenten aus Medizin, Forschung und Industrie sowie die Vorsteher der Zürcher Volkswirtschafts- und der Gesundheitsdirektion luden zu Informationsaustausch und Networking. Führungen durch den Campus vermittelten anschaulich, wie Architektur und Raumgestaltung die interdisziplinäre Kooperation intensivieren können.

Der Balgrist Campus feierte im Dezember 2015 seine offizielle Eröffnung. Auf dem Areal der Universitätsklinik Balgrist gelegen, fördert das innovative Forschungs- und Entwicklungsgebäude für muskuloskelettale Medizin den Austausch klinisch tätiger Ärzte mit Forschungsgruppen aus verschiedenen Disziplinen und Vertretern der medizintechnischen Industrie. Hauptziele des Campus sind Patientennähe, Kooperation und umsetzungsorientierte Innovation.

"We shape our buildings, and afterwards our buildings shape us"

Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh wies in ihrer Grussbotschaft am Life Sciences Cluster Dialog auf die Bedeutung von Innovation hin. Diese sei letztlich die beste Medizin damit die Schweiz trotz währungsbedingter Nachteile ein konkurrenzfähiger Standort bleiben kann. Unter der Federführung des Kantons Zürich entsteht deshalb auf dem Gelände des Flugplatzes Dübendorf ein Innovationspark, wo künftig Unternehmen und Partner aus Hochschulen und Forschungsinstitutionen marktfähige Produkte oder Verfahren entwickeln sollen. Auch der innovative Life Sciences Cluster erbringt wichtige Leistungen sowohl für den Wirtschaftserfolg wie auch für das Image des Kantons.

Vorgängig begrüsste Danielle Spichiger, Verantwortliche des Cluster Life Sciences bei der Standortförderung, die Gäste mit Ausführungen zur dynamischen Entwicklung des Clusters und seiner zunehmenden Bedeutung für den Standort: Seit der Jahrtausendwende konnte keine andere Branche im Kanton ein höheres Wachstum verzeichnen, sowohl bezüglich Wertschöpfung wie auch Beschäftigung.

Wie der Ärztliche Direktor der Universitätsklinik Balgrist und Verwaltungsrat des Balgrist Campus Christian Gerber ausführte, werden 80 Prozent der Menschen in der Schweiz im Verlauf ihres Lebens eine Beeinträchtigung des Bewegungsapparats durch Unfall oder ein Leiden erfahren. Sie bedürfen Lösungen zu ihrem persönlichen Wohl und zum Wohl der Wirtschaft, die Arbeitsausfall und Rentenbedürftigkeit gering halten will. Gerber zeigte auf, wie der neuartige Bau den lösungsorientierten Austausch zwischen allen Spezialisten sicherstellt, ganz im Einklang mit Winston Churchills Beobachtung „We shape our buildings, and afterwards our buildings shape us“.

Auf medizintechnische Innovation konzentrierte sich im Anschluss Robert Frigg, Innovator und früherer Chief Technology Officer von Synthes, und legte die Meriten interdisziplinärer Kooperation dar: Die 1950 noch 120 Tage zählende Hospitalisierungszeit bei muskuloskelettalen Problemen konnte bisher dank technischen Neuerungen um rund 85% gesenkt werden. Die Entwicklung solcher Lösungen soll mit der im Campus intensivierten Zusammenarbeit zwischen Spezialisten nun beschleunigt werden. Dieselbe Dynamik wünscht sich Frigg im Bereich der Zulassung neuer Medizinprodukte: Auch dort könnten Expertennetzwerke helfen, die wachsenden Regulierungshürden effizient zu überwinden.

Am Beispiel der Rehabilitationstechnik beleuchtete Alexander Duschau-Wicke, Head of Product Management der Hocoma AG, ein erfolgreiches Spin-off der Universität Zürich und der Universitätsklinik Balgrist, das wichtige Zusammenspiel zwischen Forschung und Industrie. Klinische Befunde wie der Anstieg neurologischer Erkrankungen und Erkenntnisse der Forschung zur Neuroplastizität fliessen direkt in die Entwicklung Robotik gestützter Geräte für die funktionelle Bewegungstherapie ein.

Nachhaltigkeit der Innovationsentwicklung noch optimierbar

Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger eröffnete das Podiumsgespräch mit einem Vergleich von Forschung und Innovation: Erstere erfordere Geld und die richtige Infrastruktur, um Wissen herzustellen. Innovation hingegen solle Nutzen stiften und damit wiederum Geld erzeugen. Die Diskussion mit den Referenten drehte sich zum einen um die Vorzüge des Standorts Zürich, zum anderen schilderten die Wissenschafts- und Industrievertreter auch Anliegen, wie die Optimierung der Förderung von Start-ups, von denen nur wenige die Schwelle zum KMU überschreiten, oder die generelle Hilfestellung beim Zugang zu Risikokapital, das allzu oft und mit einigen Nachteilen verbunden im Ausland beschafft werden muss oder genügend Augenmass und Verhältnismässigkeit bei regulatorischen Vorgaben.

Den Abschluss des Cluster Dialogs bildeten reges Netzwerken beim Apéro Riche sowie Führungen durch alle Stockwerke und Räume des Campus, dessen wohldurchdachtes Konzept interdisziplinäre Kommunikation und Kooperation fördert. 

Life Sciences am Standort Zürich
In den letzten Jahren hat sich Zürich zu einem dynamisch wachsenden Zentrum für die Life Sciences entwickelt, die seit der Jahrtausendwende Zürichs wachstumsstärkste Branche bilden. Ausgezeichnete Standortfaktoren sowie verschiedene Life Sciences Leuchttürme im Kanton tragen zu dieser erfreulichen Entwicklung bei. Einer der Leuchttürme ist der BIO-TECHNOPARK@Schlieren-Zürich, in welchem neben jungen und etablierten Unternehmen auch Forschungsgruppen aus Universität und Universitätsspital tätig sind. Mit dem Wyss Translational Center Zurich und dem Balgrist Campus sind Ende letzten Jahres zwei weitere vielversprechende Leuchttürme hinzugekommen, die sich dem Thema Translational Medicine widmen.

 

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