ICT-Cluster unter der Lupe

28.05.2018 - Mitteilung

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Im Kanton Zürich arbeiten rund 53'000 Beschäftigte in der «Informations- und Kommunikationstechnologie», dem sogenannten ICT-Cluster. Die Unternehmen dieses Branchenclusters konzentrieren sich in urbanen Gebieten und haben eine überwiegend männliche Belegschaft. Mit Blick auf die Informatiktage 2018 hat das Statistische Amt im Auftrag der Standortförderung, Amt für Wirtschaft und Arbeit den kantonalen ICT-Cluster untersucht.

Fast ein Drittel der ICT-Beschäftigten arbeitet im Kanton Zürich

Der ICT-Cluster umfasste 2015 im Kanton Zürich über 5'300 Arbeitsstätten mit 53'200 Beschäftigten. Zusammen erwirtschafteten sie mehr als 11 Milliarden Franken oder rund 8% der kantonalen Wertschöpfung. Gemessen am schweizerischen ICT-Cluster machen die Unternehmen im Kanton Zürich 25% aller Arbeitsstätten sowie mehr als 30% der Beschäftigten und der Wertschöpfung aus. Im Jahr 2015 wurden fast 500 neue ICT-Unternehmen gegründet, die zusammen mehr als 700 Personen beschäftigten.

Zum ICT-Cluster gehören folgende Teilmärkte:

  • IT-Dienstleistungen
  • Telekommunikation
  • Handel & Vertrieb
  • Hardware

Der bedeutendste Teilmarkt ist mit mehr als 60% der Beschäftigten der Markt für IT-Dienstleistungen.

Beschäftigte konzentrieren sich im urbanen Raum

ICT-Unternehmen lassen sich bevorzugt in urbanen Gebieten nieder. Die Karte zeigt die Dichte der Beschäftigten in einem Raster, dessen Zellen jeweils einen Quadratkilometer gross sind. In der Stadt Zürich, im Glattal, vereinzelt auch im Limmattal und in Winterthur finden sich Gebiete, in denen sich ICT-Firmen drängen. Sie weisen entsprechend eine hohe Beschäftigtendichte auf. Unterscheidet man nach Teilmärkten, zeigt sich, dass sich die vielen IT-Dienstleister über den gesamten Kanton verteilen, während die Telekommunikations-Unternehmen fast ausschliesslich in Zürich und im Glattal vertreten sind.

Wenn man mit der Maus eine Region anwählt, wird die dortige Unternehmensstruktur ersichtlich. Dabei zeigt sich, dass grosse Unternehmen ihre Arbeitsstätten hauptsächlich in der Stadt Zürich und im Glattal betreiben. Ausserhalb dieser beiden Regionen sind Grossunternehmen nur spärlich vertreten, etwa im Limmattal, im Furttal und im Raum Winterthur. Insgesamt ist die Unternehmensstruktur im ICT-Cluster beinahe identisch mit jener der ganzen Wirtschaft im Kanton Zürich: Über ein Drittel der Beschäftigten arbeitet in Grossunternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten und die Hälfte in mittleren Unternehmen mit 10 bis 250 Angestellten. Rund 20% der Beschäftigten arbeiten dagegen in Kleinunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten.

ICT-Cluster gewinnt an Bedeutung

Die Zahl der Vollzeitäquivalente (VZÄ) im ICT-Cluster ist seit 2011 um 6.8% angestiegen, was den Beschäftigungszuwachs der ganzen Wirtschaft deutlich übertrifft. Das starke Wachstum ist den IT-Dienstleistungen und der Telekommunikation zuzuschreiben, wohingegen bei der «Hardware» sowie beim «Handel & Vertrieb» die Zahl der VZÄ zurückgegangen ist. Insgesamt ist jedoch mit der Beschäftigung auch die Wertschöpfung etwas stärker angestiegen als in der Zürcher Gesamtwirtschaft. Unterschieden nach Unternehmensgrösse zeigt sich, dass in den letzten Jahren vor allem die Grossunternehmen ihr Beschäftigungsvolumen ausbauen konnten.  

Klare Männerdomäne

Beim Frauenanteil hinkt die ICT-Branche der Gesamtwirtschaft deutlich hinterher: Während Frauen im Allgemeinen rund 45% der Beschäftigten ausmachen, erreicht der Frauenanteil in den ICT-Unternehmen lediglich 23%. Dabei weisen die IT-Dienstleistungen mit 21% den niedrigsten, «Handel & Vertrieb» mit 26% den höchsten Frauenanteil auf. Vor allem in mittleren und grossen Firmen mit mehr als 50 Beschäftigten sind Frauen selten anzutreffen. Am tiefen Frauenanteil bei den Beschäftigten hat sich in den letzten Jahren nichts geändert. Hinzu kommt, dass die Frauen auch bei den Firmengründungen nur eine Nebenrolle spielen: Weniger als 10% der neuen ICT-Firmen werden von Frauen gegründet, bei über drei Viertel der Firmengründungen sind ausschliesslich Männer involviert.

Cluster-Strategie der Standortförderung

Die kantonale Standortförderung fasst im Rahmen der Cluster-Strategie zukunftsträchtige Branchen in sogenannten Clustern zusammen und schafft Plattformen für einen fruchtbaren Austausch zwischen den relevanten Playern.

Die Branchenabgrenzung des ICT-Clusters erfolgte in Absprache mit der Standortförderung des Kantons Zürich und dem Institut für Wirtschaftsstudien Basel IWSB.

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